Allergische Erkrankungen, aus dem Buch „Krankheit als Sprache der Kinderseele“, von Vera Kaesemann und Ruediger Dahlke (ISBN: 978-3-570-10003-5)
Allergien
»Ich krieg zu viel, bin falsch eingestellt und re-agiere über-empfindlich.«
11.1.1 Grenzkriege
Die Orte des Krankheitsgeschehens verraten – wie immer – die Ebene, auf der sich das Problem abspielt. Allergien zeigen sich zum einen auf der äußeren Haut, die Grenze und Kontaktbereich ist und deren Themenbandbreite von »Aggression« bis »Zärtlichkeit« reicht. Was uns zu sehr, zu nah und zu früh und überfordernd nahekommt und »auf die Pelle rückt«, was wider Willen »unter die Haut geht«, wird allergisch bekämpft. Innere Grenzen bilden zum anderen die Schleimhäute, ebenfalls Schauplatz vieler Allergien, besonders in der Nase, die für Macht und Stolz steht und für die Betroffenen »anrüchige « Themen deutlich macht. Die Lunge ist nach der Haut unser zweites Kontaktorgan. Hier geht es um weniger direkte Kommunikation, und das Thema »Freiheit« schwingt in Gestalt der inneren (Lungen-)Flügel mit. Ist die Atmung behindert über Nase und/oder Lungenflügel, steht es schlecht um die Freiheit und den Kontakt zum Leben. Themen, an denen Kinder zu ersticken drohen, schlagen sich hier nieder, während Allergien des Verdauungssystems unverdauliche Themen anzeigen und Probleme beim Essen und Verdauen nicht nur der Nahrung, sondern auch der (Um-)Welt signalisieren. Die Sprache der Symptome an diesen Grenzflächen verrät, wie sehr sich die Betroffenen gegen etwas Äußeres, Fremdes sträuben. Wer auf jemanden oder etwas allergisch reagiert, verrät neben der Gereiztheit und Überreaktion auch eine gewisse Intoleranz und Angst. Dieser konkrete Teil der Welt wird wegen seiner Symbolik abgelehnt und unter Umständen massiv unter Einsatz der eigenen Abwehr bekämpft. Die Allergie ist also eine in den Körper verschobene Möglichkeit, nein zu sagen und sich abzugrenzen, eine Grenze zu ziehen, die auf übertragener Ebene zu ziehen versäumt wurde, weil z. B. der Mut oder die Kraft fehlte. Anstatt ihre innere Kraft und Energie für sich zu behalten und für sinnvolle Lebensziele einzusetzen, richten die Betroffenen sie auf all-es, was symbolisch mit den problematischen Themen verbunden ist. In diesem Sinne wird im Wort »All-ergie« schon all-es deutlich! Alles Fremde, was irgendwie im Außen auf das Problem hindeutet, wird bis aufs (eigene) Blut bekämpft. Insofern ist es gut verständlich, dass es unter Großstadtkindern so viel mehr Allergien gibt als bei Landkindern. Kinder, die schon im ersten Lebensjahr regelmäßig mit in den Kuhstall genommen werden und auch mit anderen Tieren in Kontakt kommen, haben später weniger unter Allergien zu leiden, was zu den bereits erwähnten Versuchen führte, aus Kuhstallstaub Allergiemittel zu gewinnen. Auch Schwangere, die sich öfter im Kuhstall aufhalten, sollen so Allergien bei ihren Kindern vorbeugen können. Großstädte sind an sich kinderfeindliche Orte. Wenn man den Kleinen dort dann noch die ersehnten (Totem-)Tiere verweigert oder sie durch pflegeleichte, aber für diese Rolle ungeeignete oder gar durch Stofftiere (»Steif[f]tiere«) ersetzt, müsste ein vitales Kind sich wehren. Das geschieht zuerst sicherlich auf äußeren Wegen, wird aber bei entsprechender Ohnmacht auf innere Ebenen übertragen – wie im Fall der Allergie. Die frühe Vermeidung not-wendiger Abgrenzung führt zur Verschiebung der Aggressionsenergie auf die Körperebene, wo an den besprochenen äußeren und inneren Grenzflächen entsprechende Kämpfe toben.
11.1.2 Machtspiele
Im Schatten der Allergien werden oft auch schon bei kleinen Kindern Machtspiele deutlich. Über die Notwendigkeit der Vermeidung von Allergenen kann kind sich fast beliebig durchsetzen, die Umwelt tyrannisieren und damit wiederum auf versteckte Art Aggressionen ausleben und um Aufmerksamkeit bitten. Aus solchen Spielen gespeiste Schuldgefühle können zu einer weiteren Verdrängung von Aggressionen führen. Kinder mit Heuschnupfen oder Asthma verderben auf diese Weise ihren Müttern jeden Frühling, solche mit Nahrungsmittelallergien machen jedes Kochen zu einer beschränkten Zwangshandlung. Mit schweren Allergien können Mütter fast beliebig zur Anwesenheit genötigt werden, was bei diesen oft Aggressionen und fast immer Hilflosigkeit auslöst. Besonders wenn man die meist aggressionsbeladenen Beziehungen zwischen betroffenen Kindern und ihren Müttern betrachtet, werden die sich hier entwickelnden Teufelskreise nachvollziehbar. Allergikermütter sind häufig nicht nur von fast zwanghaften Hygienevorstellungen heimgesucht, sondern nicht selten auch überängstlich, und sie erlauben ihren Kindern aus Sorge wenig vitales Leben.
11.1.3 Fremdes und Eigenes
Allergien sind Überempfindlichkeitsreaktionen meist gegenüber eiweißhaltigen Substanzen, die sich vom körpereigenen Eiweiß unterscheiden. Dabei wird also anderes Leben, das einem selbst nahekommt, als Fremdkörper bekämpft. Dieses Kampfgeschehen macht das Aggressionsproblem deutlich. Auf anderen Ebenen fehlender Mut und Kampfgeist werden in den Körper verschoben und hier stellvertretend ausgelebt. Andere Wesen, ob Tiere oder Pflanzen, von denen der bekämpfte Stoff stammt, hatten ihn sich auf materieller, aber auch immaterieller Ebene zu eigen gemacht. Dadurch hatten sie ihn geprägt und in ihr Feld integriert. Selbst wenn es ein scheinbar lebloser Stoff ist wie ein Lösungsmittel, gehörte er zu einem System und war dort in ein Feld integriert, das dem Körper des Patienten fremd ist. Der Mensch muss aber Fremdes in sich aufnehmen und es sich zu eigen machen, um Leben zu können. Das gilt auf materieller Ebene bei der Ernährung (aber z. B. auch bei der Samenaufnahme während der Fortpflanzung) wie auf immaterieller im Hinblick auf In for ma tionen, die ebenfalls integriert und zu eigen gemacht werden müssen. Die Aufgabe des Verdauens verläuft also in drei Schritten: aufnehmen, verarbeiten und ausscheiden. Konkreter bedeutet dies, das Fremde ist entweder gleich wieder auszuscheiden oder über die Leber zu wandeln bzw. so zu integrieren, dass seine materielle Struktur, aber auch sein immaterielles fremdes Feld aufgelöst wird. Nur dann kann die fremde Substanz dem eigenen Feld angepasst, eingefügt und verwertet werden. Dabei kann es zu einigen Problemen kommen, wie das Beispiel der Entstehung einer Kuhmilchallergie deutlich machen mag. Wenn ein Säugling zu früh Kuhmilch im Fläschchen bekommt, worauf er nicht vorbereitet ist, wird er eigentlich getäuscht. Seine noch unreife Verdauung kann das Fremdprotein noch nicht abbauen und ordnungsgemäß durch die Darmwand aufnehmen. Also dringt es unzerlegt und unverwandelt, sozusagen noch mit dem Originalfeld aus dem Reich der Kuh, ein und wird folglich am falschen Ort zum Störfaktor. Das Wort »A-topie« für »Allergie« (vom griechischen tópos für »Ort, Gegend« bzw. átopos für »nicht an seiner Stelle«) macht das besonders deutlich, denn »Atopie« heißt nichts anderes, als dass etwas nicht da ist, wo es hingehört. Heute verstehen Mediziner unter der Atopie eine stoffspezifische IgE-(Immunglobulin-E-)Synthese, d. h. die Herstellung oberflächenspezifischer Antikörper als Reaktion auf eine Fremdsubstanz. Eine Atopie entsteht also, wenn von ihrem (Feld-)Charakter her unverdauliche Stoffe eindringen und der Organismus lernt, diese Substanzen mithilfe seines Abwehrsystems abzuweisen. Der Körper bzw. sein Immunsystem merkt sich das spezifische Profil dieses Stoffs mit dem Ziel, zu verhindern, dass er nochmals eindringt. Unverdaulich ist eine Substanz entweder, weil der Organismus physisch noch zu unreif ist, diesen Prozess zu leisten, oder weil er unfähig ist, mit der entsprechenden Symbolik dieser Substanz umzugehen. Letzteres steht bei Allergikern im Vordergrund. Wenn solch ein ursprünglich als ungeeignet erkannter Stoff, der widerwillig hereingenommen werden musste im Sinne einer Überforderung, später nochmals in Kontakt mit den eigenen Grenzen kommt, gibt es das Problem, das wir »Allergie« nennen. Eigentlich handelt es sich dabei um eine gesunde Reaktion des Immunsystems, denn es soll ja auf krankmachende fremde Stoffe und Erreger »anspringen«, aber eben nicht auf harmlose Stoffe überreagieren. Die Abwehr tritt jedenfalls auf den Plan und inszeniert einen Kampf, der bis zur Auflösung der eigenen Grenze gehen kann, so dass der Stoff als Ganzes eindringt. Hier handelt es sich um ein Paradoxon bzw. eine typische Auswirkung des Polaritätsgesetzes, denn während der Organismus sich gegen das Fremde sperren will, öffnet er ihm doch gerade seine Grenzen durch deren buchstäbliche Auflösung. Der Körper des Säuglings, der später wieder Kuhmilch erhält, hat die frühe bedrohliche Begegnung in seinem Immunsystem gespeichert und keineswegs vergessen. Er wehrt sich (allergisch) dagegen, obwohl er jetzt – physiologisch – durchaus in der Lage wäre, Kuhmilch zu verdauen. Daran hindert ihn das immunologische Gedächtnis aufgrund der damaligen (zu) frühen Überwältigung seiner Integrität, als er gezwungen war, etwas als Ganzes hereinzulassen, was er noch nicht zerlegen und sich zu(m) Eigen(en) machen konnte. Wenn man sich etwas bewusst ein-ver-leiben kann, geht es problemlos in Fleisch und Blut über und wird zum eigenen Leib. War aber eine Überforderung der Grund der Hereinnahme, ist das Eingedrungene nicht wirklich einver-leibt worden. Das allergische Gedächtnis stellt sozusagen eine Abweichung vom gesunden Vergessen dar. Verg-essen, worin bezeichnenderweise noch das Wort »essen« steckt, kann der Organismus nur, was er bei der Aufnahme richtig wahrnehmen, einordnen und vollständig verarbeiten konnte. Durch die frühe Überforderung ist eine Fehlprogrammierung entstanden, die erhalten bleibt, wo keine Therapie zu Hilfe kommt. Ähnlich führt ein zu früh erzwungener Geschlechtsverkehr im Sinne eines Missbrauchs oft zu einer (Fehl-)Programmierung. Etwas an sich Lustvolles wie das Hereinnehmen eines »Fremden« (eines Menschen) ist dann – mitunter zeitlebens – so negativ besetzt, dass dieses Thema seelisch nicht mehr integriert werden kann und jeder Versuch von Geschlechtsverkehr anstatt Einheitserfahrungen Horrorvorstellungen heraufbeschwört. Hier hilft die Konfrontation der ursprünglichen Vergewaltigung mittels Psychotherapie, um dieses frühe Programm von späteren Erfahrungen zu trennen und letztlich zu löschen. Bewusstheit wird also zum Schlüssel.* Gesunde Verdauung entsteht aus dem Zusammenspiel von Wahrnehmungs-, Verarbeitungs- und Ausscheidungstätigkeit, also aus Lernen und Vergessen. Lernen setzt entsprechende Wahrnehmung und aktives Interesse voraus, am besten lernt, wer aus dem Lernstoff eine eigene Tätigkeit entwickelt. Vergessen werden kann, was bewältigt ist. Fähigkeiten entwickeln sich also durch Lernen und Vergessen. Allergie entsteht, wenn ein Kind zum Zeitpunkt der Konfrontation dem entsprechenden Stoff (oder Thema) in seiner Wahrnehmungsund Verarbeitungsfähigkeit noch nicht oder zu wenig gewachsen war. Das Wort »Stoff« hat nicht umsonst eine Mehrfachbedeutung und meint den materiellen ebenso wie den geistigen Stoff im Sinne von Lern- oder Lesestoff. Kind war – mit anderen Worten – nicht reif und erwachsen genug für die Anforderung. Aufgrund seiner Unreife konnte es nur eine ungenügende Verdauung schaffen, wodurch Fremdes unverdaut ins Innere (Körper und/oder Bewusstsein) eindringen konnte. Daraus resultiert ein Verdauungsprozess am falschen Ort (Atopie), der dann störend auf die Grenzen des Organismus zurückschlägt. In Zukunft löst dieser dann statt des Problems seine eigenen Grenzen auf. In typischer Weise sinkt eine im Bewusstsein unlösbare Problematik auf die Körperbühne und manifestiert sich hier. An die Stelle der Lösung des Problems tritt die der Grenzfläche. Dabei hat das Bewusstsein durchaus die Aufgabe, seine Grenzen zu öffnen, der Körper aber nicht. Wenn er notgedrungen einspringen muss, ergeben sich die typischen Grenz(flächen)probleme der Allergie. Insofern ist die Allergie ein Problem der Unreife, auf körperlicher wie auch geistig-seelischer Ebene gekoppelt mit einer Energie- bzw. Aggressionsproblematik. Die Betroffenen sind noch nicht in der Lage, mit einer Thematik fertig zu werden, sie zu verdauen, zu verstoffwechseln und in ihr Feld aufzunehmen. Dazu fehlt ihnen neben der Kraft auch die Reife. Wenn etwa ein Kind in eine ungeeignete Umgebung versetzt wird, die es nicht »verdauen« kann, mag es das mit einer Allergie ausdrücken. Richtet die sich z. B. gegen Pollen, so ist ein geschlechtlicher Bezug unübersehbar, handelt es sich um Milch, ist eine Mutterproblematik im Spiel, bei Weizen ist das Hauptnahrungsmittel gemeint und damit ein Hilferuf ausgedrückt – im Sinne von »Ich drohe zu verhungern, da ich das wichtigste Nahrungsmittel nicht mehr aufnehmen kann«. Hier ist die Doppelzüngigkeit wieder sehr deutlich. Kind kämpft im Doppelsinn mit dem Verhungern – objektiv auf der Verdauungs-, aber auch auf der Aggressionsebene. Unreife und Aggressionsproblematik können sich natürlich ergänzen. Es kann die Reife oder die Kraft der Verarbeitung fehlen, doch oft auch beides. Gesunde sind in der Lage, mit den Speisen aufgenommene unverdauliche Substanzen auszuscheiden und Fremdes so weit abzubauen, dass es zum Eigenen wird, und die so (auf)gelöste Substanz in körperlicher Hinsicht wie im Hinblick auf ihr Feld zu integrieren. Der Organismus kann mit seiner Sinneswahrnehmung das Fremde als solches erkennen und es mittels Verdauungstätigkeit in kleinere Bausteine aufspalten, diese differenzieren und sie sich damit zugleich erschließen. Den Stoff und sein Thema kann er sich so zu(m) Eigen(en) machen und daraus später seine eigene Körperlichkeit bauen. Bei Nahrungsallergien wird am deutlichsten, dass aus dem Bekämpften kein eigenes Material aufgebaut werden kann. Betroffene magern im Gegenteil ab, solange die Allergie nicht erkannt und behoben wird bzw. entsprechende Nahrungsmittel gemieden werden. Bei ihnen löst die Begegnung mit dem Fremden ein Drama aus, da sie das Fremde als Ganzes nicht verarbeiten können und auszuscheiden suchen bzw. draußen halten wollen, wobei die eigene Grenze in entzündliche, d. h. kriegerische Auflösung übergeht. Während also Gesunde Fremdes (gedanklich und physiologisch) auflösen, um sich ganz zu erhalten, lösen Allergiker sich selbst bzw. ihre Grenzen auf, um das Fremde als Ganzes draußen zu halten. Das aber wird gerade durch die Grenzauflösung misslingen. Im Makrokosmos erlebten wir eine Analogie, als die ehemalige DDR sich bei dem Versuch, alles Fremde außen vor zu halten, an ihren Grenzen selbst auflöste. Sie wollte alles an den Grenzen mit Waffengewalt abwehren und löste diese dabei letztlich auf. Überzogene Grenzrüstung führt auf allen Ebenen zur Selbstauflösung. Die allermeisten Festungen sind irgendwann eingenommen worden oder verloren durch Selbstauflösung der zugehörigen Herrschaftsbereiche ihre Relevanz.
* Das bezieht sich auf die Schattentherapie, mit der diesbezüglich viele positive Erfahrungen vorliegen.
11.1.4 Allergie und die Versöhnung mit der Mutter (Natur)
So entfremdet sich der Allergiker der Natur, ohne ihr letztlich zu entkommen. Mutter Natur wird zum Feind, ohne den sich allerdings nicht leben lässt, so wie das kleine Kind bei aller möglichen Ablehnung und Bekämpfung seiner Mutter ohne diese nicht leben kann. Nicht selten erlebt man Kinder, die nichts lieber wollen, als in der Natur mit Tieren zu spielen und zu leben, aber – aufgrund ihrer Allergie – weder die Natur mit ihren Samen noch die Tiere mit ihren Haaren ertragen. Sie bräuchten wie alle Allergiker zuerst eine Aussöhnung mit der eigenen Natur, ein Verständnis ihrer Situation in der Welt, um sich so wieder mit Mutter Natur zu versöhnen. Die eigene Mutter steht manchmal als Barriere dazwischen, zwischen den Kindern und ihrer eigenen Natur einerseits und der äußeren Natur andererseits. Ihre Aufgabe wäre, wieder zur Vermittlerin zu werden – wie ganz zu Beginn des Lebens beim Stillen. Der Kampf gegen die Natur ist damit immer auch einer gegen die eigene Mutter (Natur) und erklärt die schwierigen Beziehungen zur konkreten Mutter bei so vielen Allergikern, z. B. fast allen Asthmatikern. Ein kleines oder auch großes Kind, das ein Problem mit Milch hat, bekämpft damit symbolisch das Mütterliche, das ihm begegnet. Sinnvoller, als diesen Kampf auf der Körperebene darzustellen, wäre es, sich mit der Mutterproblematik auf mutige Weise in übertragener Hinsicht auseinanderzusetzen. Allerdings ist das für Kinder kaum vorstellbar. Ihre Chance läge darin, über den Geschmacks- und Geruchssinn Gefährliches von vornherein auszuschließen. Insofern tun Eltern gut daran, die Geschmacksvorlieben ihrer Kleinen ernst zu nehmen. Süß ist immer ungefährlich und wird von fast allen Kindern bevorzugt. Salziges ist wichtig für den Organismus und wird deshalb in geringen Dosen gemocht. Sauer zeigt dagegen oft Verdorbenes an und wird spontan abgelehnt, Bitteres ist häufig giftig und wird ebenfalls verweigert. Im allergischen Kampf gegen Symbole kommt es »natürlich« durch die andauernde Beschäftigung mit den natürlichen Feinden zu einer Annäherung an die Natur. Die Lösung läge in deren mutiger offensiver Integration und einer bewussten Aussöhnung und einem verspäteten, sozusagen nachgeholten bewussten, ja, rituellen Einswerden mit ihnen. Es wäre hilfreich, die ursprüngliche Situation neuerlich zu beleben und jetzt adäquat zu verdauen. Dieselbe Idee bestimmt den Geschlechterkampf, wo man miteinander ringend doch schlussendlich eins wird. Typische Allergiesituationen mögen das Thema beleuchten. Während im Frühling die Pflanzen blühen, blüht auch dem Heuschnupfenpatienten einiges. Er blüht an seiner Haut auf, die sich beim Kontakt mit Pollen und Samen in den beschriebenen Kampf stürzt und ausschlägt. Bei dem Versuch, sich die als Symbole der Polarität für gefährlich gehaltenen männlichen Samen der Pflanzen vom Leib zu halten, löst sich die (Haut-)Grenze auf. Der Versuch, sich gegenüber diesem blühenden Geschehen und der Thematik des Frühlings zu verschließen, führt auf der Haut zum Gegenteil der Öffnung und zeigt damit schon die Aufgabe. Die Betroffenen müssten sich den aufkeimenden Kräften des Lebens, dem Neuanfang, mit Schwung und Elan stellen und ihr Leben in Angriff nehmen. (Eine bewährte Indikation für den beginnenden Heuschnupfen mit Augen- und Nasensymptomen ist Galphimia glauca in der D4. Täglich 3- bis 5-mal je 5 Tropfen gegeben, kann es die Beschwerden lindern, ersetzt aber keine konstitutionelle Therapie.) Allergisch reagierende Kinder können sich nicht mehr frei mit der Welt verbinden. Der eigene Leib vermittelt der Seele die Erfahrung des Fremdseins, der Antipathie. Er bekämpft mit dem Fremden auch sich selbst und schädigt sich entsprechend. Die Allergie ist letztlich als Einverleibungs- und Abwehrproblem zu verstehen, das einen Mangel an Reife und Kraft spiegelt.
11.1.5 Vorbeugung von Allergien
Allergieprophylaxe würde bedeuten, einem Kind Mut zu einem offensiven Leben zu machen, es sinnlich weder zu über- noch zu unterfordern mit Fremdem, ihm zu Beginn des Lebens etwa nur eigene Muttermilch anzubieten und anschließend nur art- und jahreszeitgerechte Nahrung sowie ein eigenes, möglichst intaktes Nest, später eine überschaubare Wohnung oder ein Haus, mit denen es leicht vertraut werden kann. Vom Vertrauten dürfte ihm aber ruhig viel angeboten werden, um die (Gehirn-)Entwicklung zu fördern. Folglich ist viel Hautkontakt mit wenigen Menschen besser als wenig intellektueller Kontakt mit vielen Menschen. Weniger (an Eindrücken) ist auch hier mehr! Letztlich geht es aber darum, im liebevollen Kontakt eine für die individuelle Art und das Alter des Kindes gute Ausgewogenheit zwischen Bekanntem und dem Angebot an Neuem, Lebendigem und intellektueller Anregung zu bieten. »Zu viel zu früh« führt zu nichtverarbeiteten Feindbildern (im Abwehrsystem), selbst wenn es noch so gut gemeint ist. Hier dürfte der Grund liegen für die schädlichen Wirkungen früher Antibiotikagaben, die das Allergierisiko wie beschrieben dramatisch erhöhen. Auch die Erfahrung, dass frühe Impfungen die Allergiewahrscheinlichkeit drastisch steigern, gehört zu diesem Themenkomplex. Ob bei den Impfstoffen dabei das Erregermuster oder die Trägersubstanzen und Zusatzstoffe das eigentliche Problem darstellen, ist noch offen. Jedenfalls gelangt Fremdes zur falschen Zeit in den Körper bzw. in sein Immunsystem. Besonders wenn wir bedenken, dass Impfungen im ersten Lebensjahr aufgrund der Unreife des Immunsystems sowieso unnütz sind, mag deutlich werden, wie viel Schaden hier heute ohne jede Not angerichtet wird. Eine Studie von Johan S. Alm und Jackie Swartz aus dem Jahr 1999 besagt, dass eine Lebensstiländerung im Sinne des Akzeptierens klassischer Kinderkrankheiten und der Reduktion von fiebersenkenden und antibiotischen Medikamenten bereits innerhalb einer Generation das Auftreten von Allergien um 40 bis 50 Prozent reduzieren würde. Die Autoren des renommierten schwedischen Karolinska-Instituts belegen im selben Jahr durch vergleichende Untersuchungen von 675 Schülern, dass Waldorfschüler mit anthroposophischem Lebensstil nur halb so viel Allergien aufweisen wie andere. Die Tatsache, dass selbst Allergien wie Heuschnupfen in ländlichen Gebieten und Entwicklungsländern seltener vorkommen, findet dieselbe Erklärung wie auch jene, dass Kinder wohlhabender Eltern und Einzelkinder bevorzugt betroffen sind. Je naturnäher Kinder aufwachsen und mit natürlichen Reizen konfrontiert werden, desto stabiler sind sie offenbar in der Auseinandersetzung mit ihrer Umgebung. Sie werden insgesamt mit weniger schwer zu Bewältigendem konfrontiert, was zum problematischen (immunologischen) Feindbild werden könnte. Einzelkinder gutsituierter Eltern werden eher zu oft abwechslungsreichen differenzierten Umgebungen ausgesetzt. Insofern könnte auch die in der modernen Welt fast schon selbstverständliche Reizüberflutung durchaus ihren Anteil an den steigenden Allergiezahlen haben. Dass so viele Kinder jedoch auch ohne Allergie aus alldem hervorgehen, verrät, dass nicht die Gegebenheiten an sich gut oder schlecht sind, sondern die Frage ist, ob sie zu uns passen und ob das Maß stimmt. Allergien entstehen also erst dort, wo Menschen von der Natur emanzipierte Kulturräume schaffen, aus denen die Natur verdrängt wird, um ihre Lebensweise, ihre seelische und geistige Entfaltung immer freier und unabhängiger von der Natur bestimmen zu können. Hier wird der Schatten des freien Willens moderner Menschen deutlich. Vor hundert Jahren gab es noch gar kein Allergieproblem. Das Kind muss sich langsam und in seiner Zeit, aber mutig mit seiner natürlichen Umwelt auseinandersetzen, indem es lernt, sie zu »verdauen«. Dazu nimmt es ja auch zu Beginn des Lebens alles Mögliche in den Mund. Die natürlichen Reize dürfen dabei ruhig intensiv sein, solange sie entwicklungsadäquat sind. Verständlich ist ebenso, dass allergische Eltern viel häufiger allergiekranke Kinder haben. Sie waren selbst überfordert und neigen deshalb auch ihrerseits zum Überfordern. Außerdem übertragen sie in der Regel noch die Angst vor ihren Allergenen auf die Kinder. Allergiekinder erzwingen viel Zuwendung, die sie später selbst bindet und hindert, selbständig zu werden. Eine wirksame Vorbeugung wäre folglich auch die intensive und vor allem echte mütterliche Zuwendung, die dann natürlich nicht erzwungen werden muss. Verständlich wird hier ebenfalls, warum eine normale Pubertät ein gutes Heilmittel für kindliche Allergiker ist. Sie führt zu einer seelischen Emanzipation von den Eltern und oft zu einer kämpferischen Abgrenzung von ihnen. Wo immer diese Ablösung von den Eltern misslingt, ist dagegen die Wahrscheinlichkeit deutlich erhöht, dass sich Allergien ergeben. Allergien, die sich erst nach der Pubertät einstellen, sind erfahrungsgemäß schwerer zu behandeln. Nach allem bisher Herausgefundenen muss der moderne Lebensstil in den Wohlstandsstaaten der sogenannten Ersten Welt Allergien fördern. Immer mehr Leute fühlen sich dort »in ihrer Haut nicht mehr wohl«, möchten »aus der Haut fahren«, haben im Frühling, der Zeit des Neuanfangs, chronisch »die Nase voll« und wollen nicht neu beginnen – aus Angst vor Durchbrüchen offensiver Lebendigkeit, wie sie in den spitzen Knospen und Keimen, den ausschlagenden Bäumen und dem schießenden Salat des Frühlings deutlich wird. Wie bei so vielen Krankheitsbildern erleben wir auch bei den Allergien ein zunehmendes Vordringen ins kindliche Alter. In den wohlhabenden Staaten wird der Mensch immer früher gefordert und überfordert, wohingegen auf kindliche Entwicklungsnotwendigkeiten immer weniger Rücksicht genommen wird, wobei das Wirtschaftswachstum vorrangiges und alleiniges Ziel ist. Hinzu kommen auch so vordergründige Probleme wie die Austrocknung der Schleimhäute durch den modernen Baustil mit Zentralheizung und übertriebener Isolierung, oft ohne die entsprechend notwendige kontrollierte Belüftung. Austrocknung schwächt die Schleimhäute und macht sie anfälliger. Aber auch die vorherrschende vegetative Situation mit einer Sympathikusüberreizung führt zu Trockenheit auf allen Ebenen. Der trockene Mund des Redners zeigt seinen Stress wie die trockenen Geschlechtsorgane beim Sex den der angeblich Liebenden. Das moderne Leben ist viel zu sehr auf den archetypisch männlichen Pol gerutscht, und das betrifft zunehmend auch schon Kinder. Zu viele Menschen stehen viel zu viel und zu oft auf dem Gas (Sympathikus), und die Bremse, nämlich der archetypisch dem Weiblichen zuzurechnende Parasympathikus oder Vagus, gerät dagegen zunehmend in Vergessenheit. Diese Politik führt sowohl im Mikrokosmos Körper als auch im Makrokomos Erde auf die schiefe Bahn. Austrocknen ist ein männliches Phänomen, das wüstenartige Landschaften auf der Welt und in der Seele zur Folge hat. Das archetypische Weibliche ist dagegen feucht, sumpfig und letztlich lebenspendend. Denaturierte Ernährung, mangelnde Bewegung, endlose Fernsehsitzungen, wie sie zum modernen Leben gehören, tun ein Übriges, um das Immunsystem zu schwächen und der Allergieentwicklung Vorschub zu leisten. Insofern sind Kinder heute objektiv anfälliger. Besonders tragisch und allergieträchtig wird das moderne Leben, wenn der Trend gegen alles Natürliche in die sogenannte Sagrotan-Gesellschaft mündet, die Hygiene weit über Lebendigkeit stellt und noch jedem Staubkorn und Keim den Krieg erklärt. Wenn dann alles niedergesprüht ist und nichts mehr keimen kann, bleibt meist auch das Leben, jedenfalls seine Lebendigkeit, auf der Strecke und wird oft in einen frustrierenden Kampf gegen alle möglichen eingebildeten Feinde münden. Eingebildet, weil die als feindlich empfundenen Bilder des (»schmutzigen und gefährlichen«) Lebens in der Seele gespeichert sind. Hier wäre durch die Rückkehr in natürliche Lebensräume vieles zu bessern, das Leben ist, wie es ist, auch schmutzig und wird durch Geschlechtsverkehr »übertragen«, bei dem es hoffentlich ziemlich schleimig zugeht. Alles ist voller Keime und damit lebendig – bei jedem Händedruck wechseln wie gesagt 35 Millionen davon die Besitzer. Wer das ändern will, wird an den Änderungen letztlich zugrunde gehen. Es sollte uns jedenfalls zu denken geben, dass sich Allergien bei den verwöhnten und verzogenen Einzelkindern in der großstädtischen Bürgerwelt so sehr häufen, denen nicht selten echte Zuwendung fehlt, die jedoch schulmedizinisch chronisch überversorgt sind. Aber natürlich ist das die Welt, in der wir leben, und viele müssen nun mal in Städten wohnen. Außerdem ist die Rückkehr aufs Land und zur Natur bereits bei Jean-Jacques Rousseaus Aufruf gescheitert und wäre heute schon aus Platzgründen nicht mehr realistisch. Trotzdem könnten wir versuchen, das Leben, vor allem auch das mit Kindern, wieder natürlicher anzugehen. Kinder dürften dann so sein, wie sie sind. Und Eltern dürften ihnen Grenzen setzen und nein sagen, wo es (für beide Seiten) notwendig ist. Die Aggression könnte aus ihrer Schmuddelecke befreit und als ein Urprinzip des Lebens erkannt und angenommen werden. Das allein würde schon eine erhebliche Besserung bringen. Denn Aggression ist der entscheidende Punkt, auch wenn sie an dieser Stelle weniger im Vordergrund stand (eine ausführliche Darstellung dieses Themas findet sich in dem Buch Aggression als Chance).
11.1.6 Therapeutische Möglichkeiten und Chancen
Die Erfahrung zeigt, dass Fieber, die Generalmobilmachung des Körpers, eine Art Allheilmittel unseres Organismus ist. Selbst Krebserkrankungen sind schon nach heftigen Fieberschüben verschwunden. Bei Allergien ist das ebenfalls zu beobachten. Wenn aber die Möglichkeit, zu fiebern, sogar Allergien heilen kann, wird ein weiteres Mal deutlich, wie notwendig es ist, diese Fähigkeit zu erhalten. Ähnlich wirksam wie körperliches Fieber ist die Auseinandersetzung in geistig-seelischer Hinsicht. Wenn die betroffenen Kinder lernen, die ursprüngliche Auseinandersetzung mit dem Symbol ihres nach innen verschobenen Krieges zu führen, kann dieser Kampf den Stellvertreterkonflikt auf der Immunebene überflüssig machen und beenden. Es geht für allergische Kinder also darum, zu lernen, Ablehnung offen auszudrücken, das Nein-Sagen zu trainieren und den Lebenskampf wieder auf Alternativ-Ebenen zum Immunsystem aufzunehmen. Aktive und eventuell kämpferische Sportarten, Konfrontationsübungen und Körperarbeit können hilfreich und unterstützend bei dieser Bearbeitung sein. »Energie statt Allergie!« wäre ein gutes Motto. Auch Sensibilitätsübungen, um Freunde von Feinden unterscheiden zu lernen, wären gut. Es geht darum, dem Immunsystem und auch dem Körper die Aggressionsausübung der Allergie wieder abzunehmen und selbst offensiver, aggressiver und mutiger zu denken und zu handeln. Wer das Leben wagt und seine Herausforderungen bewusst annimmt, reaktionsbereiter wird und offensiv agiert, statt Vermeidungsverhalten zu kultivieren, ist auf dem richtigen Weg. Natürlich sind Vermeidungsmethoden immer die ersten Reaktionen auf die betreffenden Allergene – aber als Dauerlösung sollten sie nicht akzeptiert werden. Leider zementieren uninformierte Schulmediziner immer wieder das Vorurteil, Allergien seien nicht mehr loszuwerden. Das Gegenteil ist der Fall, wir haben es oft erlebt. Mit solchem Wunschdenken (?) setzen sie sich selbst erfüllende Prophezeiungen ins Leben von Kindern und machen sie zu chronischen Patienten. Das ist wohl wieder nicht böse gemeint, kommt aber so heraus. Die oft vonseiten der allopathischen Medizin angebotenen Desensibilisierungen sind seltener erfolgreich und mögen der Grund für solchen Pessimismus zulasten der Patienten sein. Sie wären – wie gesagt – besser auf seelischer Ebene zu leisten durch bewusste mutige Auseinandersetzung mit den gemiedenen und abgewehrten Bereichen (wie etwa bei der psychotherapeutischen und psychokinesiologischen Desensibilisierung) und der hinter ihnen steckenden Symbolik*, um die es eigentlich von Anfang an geht. Das müsste langsam, Schritt für Schritt, ins Bewusstsein geholt werden, um es dort zu assimilieren. Psychotherapie im Sinn von Schattenarbeit stünde an. Eine Einlösung, die weit über die Bearbeitung hinausgeht, ist geschafft, wenn das christliche »Liebet eure Feinde« verwirklicht und erkannt ist, dass das Feindliche auch in einem selbst steckt – wenn also die als feindlich eingestuften Symbole wieder bewusst hereingelassen und in ihrer ganzen Bedeutung akzeptiert werden können. Wo die heißen Eisen im Leben in Angriff genommen werden, dem Leben die »Stirn« (lateinisch frons, frontis) geboten und es auch in seinen schwierigen Aspekten kon-front-iert wird, schwinden die Chancen der Allergie, und mutiges, »anmachendes« Leben greift um sich.
* Eine ausführliche Auflistung der einzelnen Allergene und ihrer Bedeutung findet sich in Krankheit als Symbol, dem Nachschlagewerk seelischer Krankheitsbilder-Be-Deutungen.
11.1.7 Die Symbolik der Allergene im Kindesalter oder Eine Deutung der Kriegsziele
Für das Kindesalter gilt letztlich dieselbe Symbolik wie für Erwachsene, wenn sich auch etwas andere Schwerpunkte ergeben. Allergene sind in der Regel Symbole für Vitalität oder Schmutz, die beide unbewusst als gefährlich eingestuft werden. Nicht selten sind sie auch symbolisch mit Ereignissen oder Personen verknüpft, gegen die eine heftige Aversion oder Wut besteht. Sie lassen sich in zwei verschieden große Kreise sortieren, deren kleinerer im größeren liegt. Der größere Kreis umfasst Themen wie »Schmutz«, »Unwertes« und »Weibliches «, der eingeschlossene kleine Kreis handelt speziell von Themen der Polarität, die vielfach auch schon bei kleinen Kindern mit erotisch-sexuellen Inhalten verbunden sind, wenn Sexualität und Erotik unbewusst als »schmutzig« und »unwert« (im Umfeld des Kindes) empfunden werden. Oft sind auch beide Aspekte in einem Allergen vermischt. Der symbolische Bezug muss dabei den Betroffenen nicht bewusst sein. Es reicht, wenn er im kollektiven Unbewussten verankert ist. Es gibt keine Allergie ohne Bewusstsein, z. B. vertragen Penicillin-Allergiker dieses in tiefer Narkose meist problemlos. Es ist aber notwendig, dass das Wissen im Bewusstseinsfeld der Betroffenen, also in der Familie oder Gesellschaft verankert ist; z. B. wissen kleine Kinder nie und Erwachsene nur selten, dass Penicillin aus Schimmelpilz besteht. Trotzdem kann es heftige Penicillin- bzw. Schimmelpilzallergien geben wegen des dahinterliegenden Themas.
11.1.7.1 Allergene des großen Kreises (der Schmutzsymbolik)
Hausstaub ist der Kot der Hausstaubmilben, was zeigt, wie »fleißig« diese kleinen Wesen weltweit sind. Er steht generell für das Schmutzige, Unsaubere und Unreine, aber auch für alles Banale, Gewöhnliche und eben den ganzen Alltagsdreck. Hier handelt es sich nicht selten um ein Allergen bei Kindern, die höher hinauswollen oder sich zu Höherem berufen fühlen, denen aber der Mut fehlt, aus dieser Überzeugung Konsequenzen zu ziehen. In der Waschmittelallergie wird die Abneigung gegen Künstliches, Kultiviertes, Chemisches deutlich, das den Bezug zum Natürlichen blockiert. Außerdem sind sie der Gegenpol zum Schmutzigen, Befleckten, Unsauberen und Unreinen und können als solcher ebenfalls allergisch bekämpft werden, da in der Bilderwelt der Seele die Gegenpole immer nah beieinanderliegen. Bei Nahrungsmittelallergien kann einerseits Ablehnung gegen das Grobstoffliche zum Ausdruck kommen, braucht dies doch nur der Körper, wohingegen die Seele ohne auskommt. Andererseits kann hier ebenfalls das Schmutzige, Verunreinigte und Gefährliche in der Nahrung bekämpft werden. Es gibt diese Allergien – mit Ausnahme der Sprue – auch erst, seit die Nahrungsmittelverunreinigungen ins Bewusstsein der Gesellschaft gelangt sind. Beim Getreide ist es das Glitschige, Schleimige und Süße, das bei lange gekautem Brot im Mund deutlich wird, aber auch der Getreidebrei, das Klebrige am Teig, das bei der Sprue besonders hervortritt, der Allergie gegen das Gluten in den meisten Getreidesorten. In der Milch wird das Mütterlich-Weibliche in Proteinen wie Kasein bekämpft, wobei hier die Milchunverträglichkeit zu unterscheiden ist, von der etwa die Hälfte der Menschheit aufgrund von Laktasemangel betroffen ist. In der not-wendig werdenden Vermeidung von Milcheiweiß wird auch ein Stück Lebensvermeidung deutlich, denn Eiweiß ist der erste Grundbaustoff des Lebens. Wer Gluten und Laktose, den Milchzucker, bekämpft, verweigert sich also sehr weitgehend dem Leben. Eigentlich beharrt er auf einer Ernährungsstufe der Jäger und Sammler, die über beides noch nicht verfügten, da Ackerbau und Viehzucht erst mit den Sumerern zirka 10 000 v. Chr. beginnen. Es handelt sich hier also um einen gravierenden Rückfall und die Haltung »Ich will mit all diesem neuen Leben nichts zu tun haben, ich lass davon nichts zu mir herein«. Bei der Milchunverträglichkeit fällt natürlich neben dem Bezug zum Mütterlichen auf, dass es inzwischen schon ganz selbstverständlich in Geschäften laktosefreie Regale gibt, was das Ganze als gesamtgesellschaftliches Symptom ausweist. Möglicherweise spiegelt sich hier auch ein Problem wider, das wir kollektiv mit Mutter Erde haben. Wenn solch eine Symptomatik – gar noch in dieser doppelten Form – auftritt, sagt die Kinderseele damit in etwa: »Ich bin mit einer neuen Entwicklung überhaupt nicht einverstanden und verweigere mich ihr.« Wenn nur die Laktose- oder die Glutenunverträglichkeit auftritt, könnte die in den Körper verschobene Beschwerde lauten: »Ich kann Teile der neuen Entwicklung nicht verkraften. Die Integrationsversuche bringen mich fast um, das kann ich nicht verdauen.« Eine neunjährige Patientin, die von Geburt an unter Glutenunverträglichkeit leidet, illustriert das auf ihre kindliche Art – und zeigt gleichzeitig, wie sehr Kinder zum Spiegel ihrer Eltern werden. Von der Geburt des Kindes an hat sich die Mutter dem Vater sexuell verweigert und jeglichen Verkehr abgelehnt. Das Kind wusste nichts davon, hat aber wohl gespürt, dass der Vater darunter litt. Er hielt jedoch still, und das Thema wurde totgeschwiegen. Mit neun äußerte die Kleine vor dem entsetzten Vater, wie abstoßend und ekelhaft Sex ja wohl sei. Diese Meinung kann sie nur übernommen bzw. mit der Muttermilch eingesogen haben, in ihrer Glutenunverträglichkeit steckt sie aber tiefer in ihr, als wir uns das im Allgemeinen vorstellen können. Zur Aufgabe der Kleinen – gleichgültig, auf welchem Weg sie das Thema geerbt hat – gehört es in Zukunft, den weiblichen Pol in sich zu erlösen und dem glitschig-schleimigen Ursumpf, aus dem alles Leben kommt und den das Gluten als Kleber des Getreides symbolisiert, eine positive Seite abzugewinnen, wie sie für eine reife Sexualität Voraussetzung ist. Sie muss sich also mit der eigenen Leiblichkeit versöhnen und Lust an ihrem Körper und seiner Lust entwickeln. Medikamente kommen zunehmend als gefährlich, verunreinigt und schädlich ins Gerede und sind seitdem auch häufiger als Allergene anzutreffen. Farben und Lösungsmittel spielen auch erst eine Rolle als Allergene, seit sie als gefährlich und giftig entdeckt wurden. Metallallergien betreffen ausschließlich unedle und damit weniger wertvolle Metalle und ihre Legierungen, sie spiegeln eine – natürlich unbewusste – Ablehnung des Wertlosen, Unedlen und oft die Angst wider, sich daran die Finger schmutzig zu machen.
11.1.7.2 Allergene des kleinen inneren Kreises (der Fruchtbarkeits- und Sinnlichkeitssymbolik)
Hier ist alles erotisch-sinnlich »Schmutzige« als Feind möglich wie Pollen oder Tierhaare. Jedes Fell vermittelt etwas Animalisch-Kuscheliges, Weiches, Warmes und damit Sinnlich-Erotisches und kann als solches allergisch bekämpft werden. Bei Hunde(haare)n stehen das Angriffslustige (Bellen) und die aggressive Bissigkeit im Vordergrund, bei Pferde(haare)n das Triebhafte. Kleine Mädchen haben vor der Pubertät oft eine »Pferdephase«, in der sie üben, sich mit dem Triebhaften auf »reiterliche« und damit »ritterliche« Weise anzufreunden, wobei natürlich auch die Freundschaft zum Pferd und die Lust auf Freiheit ihre Rolle spielen. Bei Katzen(haaren) reflektiert sich die Sinnlichkeit schon in Ausdrücken wie »Schmusekatze« und »Kätzchen«, wobei ein Schuss Aggression durch die Krallen der Raubkatze hinzukommt, die wählerisch und der die Freiheit wichtig ist. Die »falsche Katze« kann sich verstellen und leisetreten, anpirschen und, nachdem sie als »Lustmörderin« eine Maus langsam zu Tode gequält hat, gleich anschließend zum Schmusen auf den Schoß kommen. Bei der schwarzen Katze (auf der Schulter der Hexe) schwingt noch Magie und Hexerei mit. Katzen verkörpern so die beiden Seiten der Polarität besonders deutlich. Eine Katzenhaarallergie findet sich dann auch häufig bei Venus- bzw. harmoniebetonten Menschen, die den Traum von der heilen Welt nicht lassen können. Blütenpollen und Gräsersamen sind der männliche Samen der Pflanzen und verweisen auf Themen wie »Fruchtbarkeit«, »Liebe«, »Sexualität« und »Triebhaftigkeit«. Ähnlich erkennt das Unbewusste Nüsse als Symbole der Fruchtbarkeit, wie ja Hoden vom Volksmund manchmal auch als »Nüsse« bezeichnet werden. Walnüsse werden die »Hoden des Zeus« genannt, dieses besonders fruchtbaren Gottes. Viele Walnüsse zeigen sprichwörtlich ein besonders fruchtbares Jahr an. Aber auch unlösbare oder jedenfalls schwierige Probleme können als »harte Nuss« bezeichnet und allergisch bekämpft werden. Früchte sind das Ergebnis geschlechtlicher Vereinigung von Weiblichem und Männlichem und symbolisieren darüber hinaus die verbotene reizvolle Frucht jenseits des Zaunes. Mit »So ein Früchtchen! « kann auch ein kleines, »anmachendes« Mädchen, eine »kleine Lolita«, angesprochen werden. Äpfel sind die Symbole der Versuchung aus dem Paradiesgarten, die Erdbeere als pralle, reife, verführerisch rote Frucht wird von François Villon in einen eindeutigen Kontext gestellt: »Ich bin so wild auf deinen Erdbeermund.« Der Pfirsich steht für die anziehende Pfirsichhaut und den erotischen Pfirsichpo, die »Kirschen aus Nachbars Garten« hängen immer zu zweit mit ihrer verräterischen Signatur am Baum, die Banane ist von ihrer Form her ausgesprochen phallisch, zermust als Müsli- oder Kinderbreigrundlage aber klebrig-matschig und dem Schleim recht nahe. Oft spiegeln Kinder aber auch nur die Ablehnung, die diese Symbole in der jeweiligen Umgebung erfahren. Bei Insektenstichen ist das Eindringen des phallischen Stachels, der etwas (Giftiges) einspritzt, was einen anschwellen lässt, die Ausgangssituation und erinnert darüber hinaus an emotionale Stiche und an Sticheleien.
11.2 Neurodermitis und Milchschorf
»Mir juckt das Fell.« – »Es brennt mir unter den Nägeln.«
Bei der Neurodermitis steht der Ausschlag auf der äußeren Körperhaut im Vordergrund, der sich häufig in einem Frühstadium schon über Milchschorf angekündigt hat, welcher wie eine Schutzkappe für das siebte Chakra, das höchste der feinstofflichen Energiezentren, manchmal den ganzen Kopf überzieht. In solch einem »Fall« einer ersten sichtbaren Manifestation der atopischen Dermatitis mit Milchschorf quasi als Vorläufer sollte eine stillende Mutter vorübergehend den Verzehr von Kuhmilch durch Soja-, Mandel-, Reis- oder zur Not sogar Stutenmilch ersetzen. Betroffene Kinder müssten lernen, im übertragenen Sinn auszuschlagen sowie sich auf erlösteren Wegen in den Mittelpunkt zu bringen und Zuwendung zu erlangen. Für Säuglinge und Kleinkinder ist das sehr schwer, und hier könnten sich Eltern fragen, ob sie ihren Kindern diese Aufgabe nicht abnehmen sollten, denn je kleiner, desto eher sind Kinder ihr Spiegel. Die Haut der Kleinen schreit förmlich danach, auszuschlagen und sich zu öffnen. Sie juckt und zeigt, wie groß das Bedürfnis ist, die eigenen Grenzen zu öffnen und herauszulassen, was aus der eigenen Innenwelt hinausdrängt. Es juckt die Betroffenen, los- und auszuschlagen und sich mit den eigenen Fingernägeln, den Resten der Krallen, die Grenzen aufzureißen, was – der Allergie auf mikroskopischer Gewebeebene entsprechend – schon gleich den Juckreiz bessert. Ein weiterer Aspekt der Neurodermitis könnte darin liegen, dass kind keine Barrieren zwischen sich und der Mutter akzeptieren will und sie sich folglich aufkratzt, um die Grenzenlosigkeit des Anfangs zu spüren und Mama wieder unmittelbar nah zu sein, genauso wie im Bauch. Dafür spräche auch, dass dieses Symptom eine unglaubliche Zuwendung und Nähe vonseiten der Mutter erzwingt. Besonders häufig sind mit Mehrfachimpfungen fürs Leben fertiggemachte bzw. geimpfte Kinder, die sich so gegen das Fremde, Feindliche, ihnen aggressiv Zugefügte wehren. Vielfach sind Eltern und vor allem Mütter mit ihren solcherart gezeichneten Kindern schwer ge-schlagen, und manche hassen ihre aus-schlagen-den und auf unpassender Ebene erblühenden Kinder geradezu dafür – und damit natürlich letztlich sich selbst. Anstatt aufzublühen unter der Fürsorge der Eltern, erblühen die Kinder so verräterisch und signalisieren nach draußen, dass hier etwas grundsätzlich falsch läuft. Es fällt auf, dass besonders Eltern, die sich schon durch Impfungen alles Mögliche an Schwierigkeiten bei ihren Kindern ersparen wollten, dann mit solch einem Ausschlagsbild geschlagen sind. Gerade sie reagieren dann oft aggressiv auf diese für alle sichtbare Problematik, die ihre schönen Kinder so entstellt. So dürften nächtliche Folterorgien zu erklären sein, bei denen kleine Kinder – manchmal sogar mit »medizynischer« Billigung – ins Bettchen gefesselt bzw. ihre Ärmchen in Plastikröhren gesteckt werden, um das Kratzen zu verhindern, welches das Kind entstellt und elterliche Ansprüche bezüglich eines makellosen Vorzeigekindes beleidigt. Man muss sich nur einmal in diese Situation hineinversetzen: nachts gefesselt im Bett, während die Haut zum Wahnsinnigwerden juckt. Ein Wunder, dass Kinder dabei nicht wirklich wahnsinnig werden, schweren Schaden aber nehmen sie allemal. Natürlich wollen sie in ihrer derartigen Lage, die Ärmchen in den Röhren gefangen und die Handgelenke oft noch am Bett »befestigt«, aus der Haut fahren. In solch einer Situation würde jeder wie am Spieß brüllen. In der Regel kommt es dazu auch nur, wenn Eltern mit ihren Nerven am Limit angekommen sind und hilflose Schulmediziner die Welt der Seele aus ihrem Bewusstsein ausklammern. Eine mildere Variante wären Handschuhe aus weichem Stoff, so dass das Kind zwar reiben, nicht aber kratzen kann. Denn tiefe Kratzspuren können auch Narben hinterlassen, die dann später in der Pubertät das Selbstwertgefühl beeinträchtigen und Isolierung und Minderwertigkeitsgefühle nach sich ziehen. In der Regel ist es aber eher Hilflosigkeit, die die Eltern an den Rand der Verzweiflung treibt, denn einem leidenden Kind zuschauen zu müssen, ohne wirklich etwas tun zu können, ist mehr, als sie so ohne Weiteres verkraften können.
Fragen für Eltern:
• Wo kann sich unser Kind schlecht abgrenzen, wo schlecht nein sagen?
• Wogegen schlägt es aus?
• Welche Aggressionen werden in seinem Umfeld unterdrückt?
• Wie kann es mutiger und kämpferischer werden? Wie könnte das uns selbst gelingen?
• Auf welchen Wegen ließe sich überschießende Energie konstruktiver nutzen?
• Wie kann unser Kind lernen, mit der Reizflut von außen umzugehen?
• Auf welche Art könnten wir ihm zu viele Reize ersparen?
• Wäre »reizende« Abwechslung eventuell hilfreich, die innere Grenze zu lockern (bei größeren Kindern)?
Unterstützende Maßnahmen:
• Potenziertes Eigenblut (nach Imhäuser) wird im Mehrglasverfahren nach Art der homöopathischen Potenzierung hergestellt und hat die Wirkung, das Immunsystem zu regulieren. Bei geschwächter Abwehr (z. B. Infektanfälligkeit) regt es das Immunsystem an, bei überschießender Abwehr (z. B. Allergien) dämpft es. 1 Tropfen Kapillar- oder Venenblut wird in einem braunen 10-Milliliter-Fläschchen mit 100 Tropfen einer 30-prozentigen Alkohol-Wasser- Lösung vermischt und dann in der Hand bzw. Faust zehnmal auf ein Buch oder in die andere Hand geschlagen. Von der so entstandenen C1 wird 1 Tropfen in 100 Tropfen der Alkohollösung gegeben und wieder verschüttelt. Daraus entsteht die C2. Und so fort. In der Regel sollen Allergiepatienten von der C5 4 Wochen lang einmal pro Woche 3 Tropfen einnehmen. Dann einmal pro Woche 4 Tropfen C7 4 Wochen lang, anschließend noch die C9. Dieses Verfahren lässt sich sowohl prophylaktisch vor der Pollensaison als auch im Akutfall anwenden.
• Darmsanierung: Häufig findet sich bei einer Stuhluntersuchung von Allergiekindern ein Ungleichgewicht im Darm, das mit mikrobiologischen Präparaten behandelt, individuell von einem fachlich versierten Therapeuten unterstützt, positive Auswirkungen auf das Hautbild haben kann.
• Muttermilch lindert, auf die Haut gegeben, den Juckreiz. Muttermilch als Nasentropfen ist die sanfteste Art, bei kleinen Kindern für eine freie Nase zu sorgen. Dazu gibt die stillende Mutter ihre Milch in ein Pipettenfläschchen (aus der Apotheke) und benutzt sie bei Bedarf wie herkömmliche Nasentropfen.
• Calendula-Salbe von Weleda oder Lanolin/Olivenöl (1:1 gemischt) lindert und pflegt äußerlich.
• Halicar-Salbe: bei starkem Juckreiz.
• Eigenurin: Größere Kinder können nach jedem Toilettengang ihren frischen Urin mit den Fingern auf die betroffenen Hautstellen auftragen. Der Eigenurin wirkt entzündungshemmend und lindert den Juckreiz. Er ist aber geruchsmäßig nur bei vegetarischer Lebensweise erträglich.
• Rescue-Salbe von Dr. Bach: kann – äußerlich angewendet – den Juckreiz lindern, ohne die Symptome zu unterdrücken.
• Lapachotee stabilisiert das Immunsystem und lindert Entzündungen auf der Haut. 2 Wochen lang täglich 1 Tasse Tee. Bei positiver Wirkung kann die Kur fortgesetzt werden. Äußerlich aufgelegte, mit Lapacho- oder Stiefmütterchentee getränkte Kompressen lindern den Juckreiz und das Brennen.
• Bäder mit Haferstroh oder Schachtelhalm können bei Hautreizungen aller Art eingesetzt werden. Dazu gibt man 1 Handvoll des Krauts in 2 Liter siedendheißes Wasser und lässt den Sud 15 Minuten lang ziehen. Danach abseihen und ins 36 bis 37 Grad warme Badewasser geben. Das Kind darf bis zu 30 Minuten darin baden.
• Euphrasia: Mit Augentrosttee getränkte Kompressen oder Euphrasia-Augentropfen von Wala können die Augensymptome wie Juckreiz, Brennen und Entzündungen lindern. − Homöopathische Behandlung: Die homöopathische Behandlung erfolgt individuell unter Berücksichtigung der Gesamtsymptomatik. Die Haut wird als »Spiegel der Seele« bezeichnet, deshalb ist es wichtig, innere Störungen bzw. ein seelisches Ungleichgewicht zu behandeln, dann beruhigen sich die Hautausschläge ohne Anwendung äußerer Mittel. Die Therapie kann langwierig sein und erfordert von Eltern, Patienten und Therapeuten ein gerüttelt Maß an Geduld und regelmäßigem Austausch. Auch akute Erkrankungen, die während dieser Zeit auftreten, sollten nach Möglichkeit homöopathisch behandelt werden, da hier die allopathisch unterdrückenden Maßnahmen den Allergien Vorschub leisten.
• Behandlung früh beginnen: Schon beim ersten Auftreten von Symptomen wie z. B. Milchschorf sollte die Behandlung beginnen.
• Hautausschläge sollen nach Möglichkeit nicht unterdrückt werden (mittels Zink- und Kortisonsalben), auch gerbstoffreiche Pflanzentherapien wie mit Eichenrinde oder Schwarztee unterdrücken, wodurch ein »Etagenwechsel« stattfinden kann, z. B. hin zu asthmatischen Beschwerden.
• Sie sollten so lange wie möglich stillen (mindestens sechs Monate, besser deutlich länger!), um die kindliche Abwehr zu stärken.
• Antibiotika vermeiden, da sie das empfindliche Gleichgewicht im Darm stören und Allergien der Boden bereiten.
• Ernährung: eiweißarme Ernährung, Nahrungsmittel aus biologisch-dynamischem Anbau, den Jahreszeiten entsprechend, vollwertig und typgerecht.
• Kind muss reines Wasser trinken, damit der Körper mögliche Gifte auch über Urin und Stuhl ausscheiden kann.
• Auf Zahnfüllungen aus Quecksilberverbindungen (Amalgam) verzichten; beim Auswechseln aber erhöhte Vorsicht und nur von damit vertrautem Zahnarzt vornehmen lassen. • Hygiene: keine übertriebenen Hygienemaßnahmen.
• Fieber tolerieren, da dabei eine Generalmobilmachung der Abwehr stattfindet und so das Thema »Aggression und Kampf« zugelassen wird. Nach überstandenem Fieber bessern oder beruhigen sich oft allergische Erkrankungen.
• Kinderkrankheiten durchleben lassen, da dadurch eine mögliche ererbte Allergiebereitschaft gemindert oder sogar ganz aufgehoben werden kann.
• Wenn möglich, keine Impfungen (s. a. das Kapitel »5 Impfungen«).
• Umfeld: für ein stabiles soziales und familiäres Umfeld sorgen. Kinder zu selbstbewussten, konfliktbereiten und unabhängigen Menschen erziehen, die ihrer Umwelt mutig und offen begegnen können.
• »Berg & Meer«: Urlaube ans Meer oder in die Berge verlegen, da die Luft dort staub- und pollenärmer und so eine tatsächliche Regeneration möglich ist, sozusagen Ferien von der Symptomatik.
• Hauttests zur Bestimmung der allergieauslösenden Faktoren vermeiden, da sie selbst oft quecksilberhaltige Stoffe wie Thiomersal enthalten, die wiederum Allergien auslösen können.
Krankheit als Sprache der Kinderseele
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